Geschichte

Zur Geschichte des Casino zu Coblenz

Es waren unruhige Zeiten als im Dezember 1807 Koblenzer Bürger zusammen kamen, um das Casino zu Coblenz zu gründen. Es war Gründungsgedanke eine Gesellschaft ins Leben zu rufen, die der Geselligkeit und der Information der Mitglieder gewidmet wurde. Am 10. Dezember 1807 fand das erste Zusammentreffen im Hause des Handelsmannes Friedrich Korn statt. Hieraus folgte die Erarbeitung einer Satzung und am 6. Januar 1808 folgte die offizielle Gründung der Gesellschaft. Gründungsmitglieder waren 49 Kaufleute und Privatpersonen, 29 Juristen, Ärzte und Lehrer, 10 Verwaltungsbeamte und 2 Geistliche. Es handelte sich um 84 Deutsche und 6 Franzosen. Zur Zeit der Gründung des Casino zu Coblenz  war Koblenz unter napoleonischer Herrschaft. Der französische Präfekt Comte Adrien de Laxay-Marnesia begleitete als erstes Ehrenmitglied die Gründung der Gesellschaft. Überraschenderweise fand die behördliche Genehmigung durch die französische Obrigkeit erst im Jahre 1811 statt.

Das Casino zu Coblenz entwickelte sich von Beginn an als starke Institution in dieser Stadt. Bereits nach wenigen Jahren wurde ein erstes eigenes Domizil bezogen. Man muss dabei darauf hinweisen, dass der Begriff Casino aus dem italienischen stammt, und zu der Zeit der übliche Begriff für Orte der Zusammenkunft war.Wir kennen heute das Spielcasino und das Offizierscasino.

Das Casino zu Coblenz ist ein sogenanntes Zivilcasino. Nach mehreren Umzügen innerhalb der Stadt errichtete die Gesellschaft ein großes Gebäude mit verschiedenen Veranstaltungssälen und Räumen in der heutigen Casinostraße, die deshalb diesen Namen trägt. Das Gebäude hatte in der Casinostraße eine Fassadenlänge von 70 Metern. Es gehörte sicherlich bundesweit zu den größten Gebäuden einer zivilen bürgerlichen Gesellschaft. In der wechselvollen Geschichte Deutschlands und der Stadt seit 1808 war das Casino stets tätig und hat seinen Status verteidigt. So wurde zum Beispiel das Casinogebäude nach dem 1. Weltkrieg in weiten Teilen von der damaligen Besatzung akquiriert, jedoch später der Casinogesellschaft vollständig zurückgegeben.

Entgegen vielfacher anderer Vermutung, waren die Casinogesellschaften in Deutschland und auch das Casino zu Coblenz in der Zeit zwischen 1933 und 1945 für die Machthaber politisch unbequem. Die Durchdringung des Casino zu Coblenz gelang den Nationalsozialisten nicht. Das Casino wurde gegen Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten zwar gleichgeschaltet und sogar umbenannt, jedoch verlor das Casino damit sofort sein bürgerliches Fundament und seine Bedeutung. Bereits kurz nach dem Kriege versammelten sich ehemalige Mitglieder des Casino zu Coblenz um den alten Gedanken der Zivilgesellschaft wieder aufzunehmen. Daher entstand sehr früh wiederum ein leistungsstarkes Casino zu Coblenz.

Das große Casinogebäude wurde im Krieg zerstört. Erhalten blieben jedoch die sogenannten Gartensäle des Casino. Diese befanden sich in etwa in der Mitte des heutigen Zentralplatzes. Die ersten Treffen nach dem Kriege fanden in diesen Gartensälen statt. Man traf sich dort zu ersten Tanzvergnügen sowie zum geselligen Beisammensein aber auch zum Treffen im gesellschaftlichen Engagement.

1958 wurde anstelle des alten großen Casinogebäudes ein neues Casinogebäude in der Casinostraße errichtet. Auf Grund der vielfachen gesellschaftlichen Veränderungen war die Gesellschaft auf Dauer nicht in der Lage, dieses Haus wirtschaftlich zu unterhalten. Es wurde dann, auch auf Druck der Stadt Koblenz, der Grundbesitz an einen Kaufhausbetreiber veräußert, sodass Anfang der 60 Jahre dort ein Kaufhaus anstelle des Casinogebäudes errichtet wurde.

Die Casinogesellschaft hat jedoch auch stets ohne eigenes Gebäude ihre Tradition als bürgerliche Gesellschaft gelebt. Seit Anfang der 60er Jahre veranstaltet die Casinogesellschaft wieder den Casinoball in Koblenz. Er ist heute der große Gesellschaftsball in dieser Stadt und man kann mit Stolz behaupten, dass ein Ball dieses Zuschnitts bundesweit Beachtung finden würde.

Stets im Januar begeht die Casinogesellschaft ihr sogenanntes Gründungsfest in Erinnerung an die Gründung am 6. Januar 1808. Da der 6. Januar der Dreikönigstag ist, führt das Casino zu Coblenz in seinem Signet einen Stern in Erinnerung an diesen Gründungstag. Das Casino zu Coblenz ist heute mit etwa 400 Mitgliedern die große bürgerliche Gesellschaft in Koblenz.